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Der Aymarasittich (Psilopsiagon aymara)


Erscheinungsbild und Zuordnung

Der Aymarasittich ist ein Vertreter der Neuweltpapageien.
Die ersten bekannten Aufzeichnungen über ihn stammen aus dem 19. Jahrhundert vom französischen Naturwissenschaftler Alcide Dessalines d'Orbigny.

Image Der eher zierlich wirkende Aymarasittich wird bis zu 20 cm gross. Seine Augen haben eine dunkelbraune Iris, und wie auf den Bildern zu sehen ist, wird sein Gefieder von Grün- und Grautönen dominiert.
Männchen und Weibchen sind äusserlich kaum von einander zu unterscheiden. Während die Färbung der Weibchen stellenweise gedeckter ausfällt, kann man beim Männchen unter günstigen Lichtverhältnissen einen zarten Blaustich im weiss-grauen Brustgefieder vorfinden.

Zusammen mit dem verwandten Zitronensittich (Psilopsiagon aurifrons) bildet der Aymarasittich (Psilopsiagon aymara) heute die eigenständige Gattung der Psilopsiagon.
Die besonderen Merkmale dieser Vogelgattung sind ein breiter, seitlich verdickter und unten abgerundeter Schnabel, sowie ein stufiger Schwanz. Typisch ist ebenfalls, dass die Nasenlöcher und die umgebende Wachshaut sowie die Umrandung der Augen federlos sind.

Ursprünglich zählte der Aymarasittich u.a. zur Gattung der Dickschnabelsittiche, daher ist dieser noch häufig unter dem früheren Gattungsnamen
"Bolborhynchus aymara" (D'Orbigny, 1839) bekannt.

Weitere, aus der Literatur bisher bekannte Synonyme sind:

Arara aymara (d'Orbigny, 1839) - Amoropsittaca aymara (d'Orbigny, 1839)
Micropsitta aymara (d'Orbigny, 1839) - Myiopsitta canicollis (Bonaparte, 1854)
Myiopsitta murinoides (Bonaparte, 1854) - Psitacus murinoides (Bonaparte, 1854)
Conurus agilis (Burmeister, 1858) - Conurus brunniceps (Burmeister, 1860)
Bolborhynchus bruneiceps (Burmeister, 1860) - Conurus aguava (Schlegel, 1864)

Heute wurde die folgende Taxonomie des Aymarasittichs (TSN 714052) festgelegt:

Klasse: Aves - Vögel
Ordnung: Psittaciformes - Papageienartige
Familie: Psittacidae - Echte Papageien
Unterfamilie: Pcittacinae
Gattung: Psilopsiagon (Ridgway, 1912)
Art: Psilopsiagon aymara (Orbigny, 1839)


Lebensraum und Verhalten


Habitat of Psilopsiagon aymara Der Aymarasittich ist im südlichen Hochland Boliviens sowie im Nordwesten Argentiniens beheimatet. Nach Angaben von Wetmore (1926) und Ridgely (1980) halten sich Aymaraschwärme vorwiegend in trockenen Dornbuschgebieten entlang der Andenhänge auf, und wurden von Orfilia (1938) in Höhenlagen von bis zu 4000 m gesichtet.
Laut Forshaw (1973) und Ridgely (1980) sind diese Vögel vorwiegend in Höhen zwischen 1700 m und 3600 m anzutreffen, weshalb der Aymarasittich als Gebirgsvogel eingestuft wurde.
In den kälteren Wintermonaten begeben sich die Vögel in niedrigere Höhenlagen, dabei wurden sie vereinzelt in Regionen 1200 m ü. NN beobachtet.



Image Aymarasittiche sind friedliche und soziale Schwarmvögel und verständigen sich mit einer zirpenden und zwitschernden Stimme, die untypisch für die sonst lauten südamerikanischen Sittiche ist.
Zum Schlafen und Nisten ziehen sich die Vögel in Höhlen zurück, die sie zuvor in Erdhügeln angelegt haben. Ein Gelege besteht im Schnitt aus 4-6 Eiern.
Auf ihrem Speiseplan stehen Sämereien, Beeren und Früchte der Region, dabei benutzt der Aymarasittich, wie andere Papageien auch, beim Verzehr grösserer Stücke geschickt seine Füsse.

Das Anden-Hochland, einst von Hochkulturen wie des Tiwanaku- und Inka-Reiches bevölkert, wird heute von ihren Nachfahren, den Quechuas und Aymara bewohnt. Folglich wurde der Aymarasittich nach den Aymara-Indianern benannt, die genauen Gründe für diese Namensgebung sind jedoch nicht eindeutig.
Der Aymarasittich ist einerseits ein friedlicher Artgenosse, andererseits ist er neugierig und forsch. Deshalb wurde er hin und wieder in Menschensiedlungen beobachtet, was wiederum die Wahl seines Namens evtl. erklären würde.

Lange vor seiner recht späten Einführung in Europa im Jahre 1959, wurde der Aymarasittich in seiner Heimat auf Märkten als zahmer Hausvogel gehandelt.
Heute zählt der Aymarasittich zu den schutzbedürftigen Arten und seine Ein- und Ausfuhr sowie Haltung wurden nach dem Handelsabkommen CITES II gesetzlich vorgeschrieben.
Dank einiger Züchter, ist der Import wildlebender Aymarasittiche inzwischen nicht mehr notwendig, und die Nachzuchten sind ohnehin stressresistenter als deren wildlebende Verwandte.


Laute des Aymarasittichs


Geschichtliche Fundstücke

[1889] Argentine Ornitology Vol. II l R. H. Porter >

[1926] Observations On The Birds Of Argentina, Paraguay, Uruguay, And Chile l Alexander Wetmore >

Mit freundlicher Genehmigung der Biodiversity Heritage Library. www.biodiversitylibrary.org


Quellennachweis


- Papageien - Wolfgang de Grahl [ISBN 3-8001-7226-7]
- Papageien 2/2002 - Matthias Reinschmidt [ISSN 0934-327X]
- Südamerikanische Sittiche Band 5 - Thomas Arnd [ISBN 3-923269-09-9]
- www.itis.gov
- www.wikipedia.org


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